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Formenbau für Propeller
von Helmut Weiß
Zuerst ein paar notwendige Bemerkungen:
Bei Luftschrauben handelt es sich um sicherheitsrelevante Bauteile, die enormen Belastungen ausgesetzt sind und daher bei unsachgemäßer Herstellung und Gebrauch gefährlichste Verletzungen bei Piloten und unbeteiligten Zuschauern verursachen können.
Der Verkauf von selbstgefertigten Luftschrauben ist mit Vorsicht zu betrachten, da der Hersteller für Verletzungen aufgrund eines Fabrikationsfehlers haftbar gemacht werden kann.
Als Urmodelle können vorhandene Bauteile/Propeller abgeformt werden. Dies wird nicht gerne gesehen, ist jedoch für den rein privaten Gebrauch gestattet.
Folgende Dokumentation ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit Propellerformen bzw. Propeller zu bauen, aber sie hat bei mir zu recht ordentlichen Ergebnissen geführt. Gezeigt wird der Formenbau für eine APC 16/8 und einer Graupner CFK-Prop 12/8. Die Kosten je Form dürften sich auf etwa 50-60 DM belaufen. Zum Laminieren wurden Produkte der Firma R&G verwendet: Formenharz P + Härter VE 2723, Epoxidharz L + Härter L, Glasgewebe 296 g/m² ITG 91945.
Der Bau eines Propellers aus dieser Form wird gesondert beschrieben.
Bild 1
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Bild 2
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Den abzuformenden Prop auf ein Baubrett (weiss beschichtete Spanplatte) legen und mit einem Passbolzen, Durchmesser je nach Nabenbohrung, befestigen. Der Passbolzen sollte oben und unten je ca. 1 cm überstehen. Unten natürlich im Baubrett versenken. Ein zweiter Passbolzen wird dann für den Propellerbau benötigt. Wird ein Passbolzen, ähnlich wie auf dem Foto zu sehen, so kann man damit den fertigen Prop aus der Form drücken. Anschließend wird mit Knetmasse unterfüttert. Aufpassen, die Propellerspitzen müssen gleich hoch sein. (Spurlauf). Außen eine Schräge von ca 115 Grad. Anschließend alles gut mit Trennwachs behandeln (mind. 3mal), nach jedem Auftrag mit einem weichen Lappen polieren. Zum Schluss Trennlack mit einem Schwammpinsel auftragen.
Bild 3
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Bild 4
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Ist der Trennlack trocken, kann mit einem Pinsel Formenharz aufgetragen werden. Vorsichtig pinseln um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Maximal 1 mm Dicke des Formenharzes genügt. Wenn man hat, kann man ein paar Glasfaserschnipsel darüberstreuen, muss aber nicht unbedingt (ergibt eine bessere Bindung der anschließenden Kupplungsschicht).
Bild 5
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Wenn das Formenharz angeliert ist, folgt die Kupplungsschicht aus Epoxidharz und Baumwollflocken. Hier werden Kanten und Ecken zu weichen Rundungen aufgefüllt.
Bild 6
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Auf die noch nasse Kupplungsschicht wird Glasgewebe laminiert. Hier je Formhälfte 10 Lagen Glasgewebe 296 g/m². Dies ergibt insgesamt eine Schichtstärke von ca 4 mm.
Bild 7
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Nach dem Aushärten (mindestens 24 Stunden), wird das Ganze vorsichtig vom Baubrett gehoben. Der Propeller mit dem Passbolzen muss unbedingt in der Form bleiben.
Bild 8
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Knetmasse entfernen und Trennlack abwaschen. Ich habe den Rand mit einer Klebefolie versehen, damit sich beim Laminieren der zweiten Formhälfte das Harz nicht mit dem nichtgetränktem, überstehendem Gewebe der ersten Formhälfte verbindet. Trennwachs und Trennlack auftragen (wie unter Bild 1 + 2).
Bild 9
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Formenharz, Glasfaserschnipsel, Kupplungsschicht und Glasgewebe werden analog der ersten Formhälfte aufgebracht (Bilder 3, 4, 5 + 6).
Bild 10
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Nach einer Aushärtezeit von wiederum mindestens 24 Stunden wird die Form mit einem Stechbeitel vorsichtig getrennt. Der Propeller kann mit kleinen Dreh- und Wackelbewegungen aus der Form genommen werden. Liegt der Prop in der richtigen Formhälfte, kann von hinten auf den Passbolzen geschlagen werden und man drückt so den Propeller aus der Form.
Bild 11
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Bild 12
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Die Formenhälften werden verputzt und mit Löchern für die Verschraubung (M 6) versehen. Abstand der Löcher ca. 9-10 cm und ca. 1 cm von der Schräge. Trennlack abwaschen. Damit die Formhälften beim Laminieren der Propeller nicht wackeln, habe ich kleine Sperrholzstreifen angeharzt. Zu sehen sind alle Formhälften, Passbolzen eingesteckt.
Text und Bilder © Helmut Weiß
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