zurück zu Aktivitäten
Das 21. Euromeeting im italienischen Fassatal fand 1999 am 24. und 25. Juli statt. Dieses mal war auch ich dabei, und ich muß schon sagen, es ist etwas besonderes dort mitzufliegen. Deshalb auch ein etwas ausführlicherer Bericht.
Nachdem für meinen Vater schon länger feststand nach 1997 erneut teilzunehmen, konnte ich mich zuerst nicht so recht entscheiden (an diesem Wochenende sollte ein großer Flugtag eines Nachbarvereins stattfinden). Außerdem war unser Discus mit dem ich fliegen wollte bei einem mißglückten F-Schlepp 3 Wochen vorher ziemlich beschädigt worden. Dabei war die rechte Fläche im Fluge ca. 30 cm nach der Wurzelrippe abgebrochen, der freie Fall aus ca. 200m Höhe erledigte den Rest. Aber dank dem Einsatz von Helmut Weiß der erst den Rumpf wieder flickte und dann die Fläche hervorragend reparierte (mehrere senkrecht eingeleimte Sperrholzstreifen im Bereich der Bruchstelle sowie eine neue Abachibeplankung bis zur Störklappe) war das Modell am Freitag Mittag doch noch fertig geworden. (Hallo Helmut, Vielen Dank nochmal, der Pokal gehört zur Hälfte dir !!)
Also dann Modelle ins Auto geladen, Bergstiefel und wetterfeste Kleidung gesucht und verstaut und los gings. Da leider auch Urlaubszeit war steckten wir um München und am Irschenberg erstmal im Urlaubs- und Freitagsstau. Langsam wurde auch die Zeit knapp, da um 22:00 Uhr Meldeschluß im Hotel Bellavista in Pecol war. Nach zügiger Fahrt haben wir es aber dann doch noch gerade rechtzeitig geschafft. Am Parkplatz trafen wir dann noch Michael Seufert, den wir seit 1994 von den F3B Oberpfalzmeisterschaften kannten. Leider war in diesem Hotel kein Zimmer mehr frei, sodaß wir uns in ein anderes Hotel (direkt oben am Pordoi-Paß) vermitteln ließen.
Samstag früh waren wir dann kurz vor 9:00 Uhr an der Gondel, die uns nach oben (in die Nähe des Fluggeländes) bringen sollte. Von der Bergstation auf 2200m folgte dann noch ein kurzer Fußmarsch von ca. 30-45 Minuten zu Col de Cuc auf 2400m. Im Bild ist die Bergstation ganz links noch zu erkennen. An dieser Stelle hatte man schon ca. die Hälfte des Weges geschafft.
Da die Modelle und die restliche Ausrüstung getragen werden müssen sollte man sich vorher schon überlegen was wirklich mit muß und was nicht. Unserem Discus habe ich einfach aus einem Styroporklotz und alten Piper-Rädern einen fahrbaren Untersatz untergeschnallt. So mußte das Modell wenigstens nicht getragen werden, sondern konnte einfach hinterhergezogen werden. An einigen "unbefahrbaren" Stellen mußte das ganze Paket aber doch auf die Schulter genommen werden. Zum einfacheren Ziehen werde ich für den nächsten Transport einen Griff anstelle des Höhenleitwerkes anschrauben.
Um 10:00 Uhr sollte es losgehen, aber bis alle Teilnehmer (ich glaube es waren über 130) ihre Sender abgegeben hatten war es dann doch schon 12:30. Der italienische Wettbewerbsleiter blieb dabei aber immer freundlich: "Es fehlen noch 21 Sender, die Teilnehmer werden gebeten Ihre Sender sofort abzugeben, PREGO..." Diese Durchsage wurde alle 10 Minuten wiederholt (noch 18 Sender, noch 15, noch 12, 6, ...).
Mittlerweile waren auch alle Fahnen gehißt (man beachte die Bayrische!) und jeder hatte genügend Zeit, das wirklich grandiose Panorama zu bewundern.
Hier blickt man vom Col de Cuc in Richtung Canazei (nicht sichtbar, da es ganz unten im Tal liegt).
Im Hintergrund die Marmolada, im Vordergrund links die ASK 23 und rechts der Discus
Gegenüber ist hier ein Teil des hervorragenden Skigebietes zu sehen, rechts im Bild der Langkofel.
Dann ging es aber endlich los. Auf eine der folgenden Kategorien hatte man sich schon bei der Anmeldung festlegen müssen (je Modell nur eine Klasse):
- Segelflugmodelle, ohne Beschränkungen
- Kunstflug (mindestens 3 Loopings, 1 Rolle, Trudeln, 1 Immelmann und Rückenflug)
- Großsegler, mindestens 3,75m Spannweite
- Oldtimer
- Nurflügler und Deltamodelle
- Experimental
- Soarmaster, für den Graupner-Cup
Die Klassen wurden je nach Teilnehmerzahl in mehrere Gruppen eingeteilt, wobei dann die einzelnen Teilnehmer zweisprachig (italienisch und deutsch) aufgerufen wurden. Wer aufgerufen wurde hatte eine gewisse Zeit, seinen Flug durchzuführen. Eine Verschiebung (von wegen "mir paßt der Wind/Wetter/Thermik nicht" oder so) gab es nicht. Entweder man flog, oder man ließ es bleiben. Leider blies der Wind den ganzen Tag aus der falschen Richtung, sodaß nicht am eigentlichen Flughang nach Canazei ins Fassatal hinunter geflogen werden konnte, sondern auf der Rückseite Richtung Arabba. Piloten, die schon öfter hier waren, erklärten, daß dies in der ganzen Geschichte des Wettbewerbs noch nie nötig gewesen war. Bedingt durch die schwache Thermik gab es leider auch etliche Absaufer. Manche versuchten das Modell mehr oder weniger hart im Steilhang zu landen, andere riskierten mehr, flogen einfach weiter raus ... und soffen dort gnadenlos weiter ab (ein paar Piloten schafften es aber auch wieder rauf !). Große Modelle hatten da zwar einen Vorteil, indem man einfach weiter weg fliegen konnte, aber dafür war das Risiko einer Beschädigung bei einer Außenlandung größer.
Am Ende des Tages hieß es dann wieder packen und Fußmarsch runter zur Gondel.
Am Sonntag hatte der Wind leider nicht gedreht. Nach der Senderabgeberei ging es schon vor 12:00 los. Es folgten die Klassen, die am Samstag noch nicht drangekommen waren. Aufgrund der Zeitknappheit wurde auch die zur Verfügung stehende Flugzeit gekürzt. (Ich kann leider nicht sagen, wie lange geflogen hätte werden sollen).
Die Bewertung der Modelle erfolgte dabei durch die Jury. Kritierien laut Ausschreibung waren: Bewertung am Boden, im Flug, Kunstflug (nur Akro-Klasse), Landung, Zeiteinhaltung und ungefährlicher Flug (!!!).
Nun aber noch einige Bilder:
Dieser Calif ist eine Neuheit von robbe, und wird wohl auf der Spielwarenmesse 2000 vorgestellt werden. Das Original ist ein Doppelsitzer mit nebeneinander angeordneten Sitzen und einem Zweibein-Einziehfahrwerk welches auch das Modell aufweist. Durch den breiten Rumpf hat das Modell ein außergewöhnliches Flugbild. Die Farbgebung des hinteren Modells bringt etwas Schwung in das weiße Einerlei bei Seglern. Mich erinnert diese Maschine an den Ogar, den robbe früher mal im Programm hatte.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Oliver Awiszus vom robbe-Team bedanken, der den Antriebsmotor unserer ASK 23 nach der Siegerehrung mitnahm, neu überholte und rechtzeitig zum nächsten Wochenende wieder zurückschickte.
Start unseres Discus.
Nach meinem Flug. Klaus hält den Discus vor der Marmolada. Vielen Dank an Reinhard Hafele, für das Foto (natürlich nicht nur das); so bin ich auch mal auf einem Bild drauf.
Die ASK 23 im Landeanflug, im Hintergrund die Sellagruppe.
Team Schulze mit den Modellen Discus und ASK 23
Stefan Graupner mit einer der Neuheiten 1999, dem Discus 2B. Ein wirklich sehr schönes Modell, mit etlichen sehr interessanten Detaillösungen (z.B. vollkommen verdeckte Höhenleitwerksbefestigung). Im Hintergrund die Sellagruppe.
Das Graupner-Team führte einige Modelle der Produktpalette des Hauses vor. Sehr gut geht der Soarmaster, und die etwas kleinere Version Youngmaster, der wohl eine Neuheit für 2000 sein wird.
Einer der vielen Fox. Der Pilot ist mir leider nicht bekannt.
Ein Lastensegler Gö 242 im Flug. Gestartet wurde das Modelle per Gummiseil. Es war erstaunlich, wie sich das Modell trotz nicht besonders guter Verhältnisse am Hang halten konnte.
Die Gö 242 nach der Landung. Leider wurde das Modell dabei etwas beschädigt.
Ein Reiher, sehr sauber gebaut und gekonnt vorgeflogen.
Hier wird der Harbinger aufgerüstet. Dieser Oldtimer ist komplett aus Holz aufgebaut.
Der Harbinger im Flug. Das Flugbild dieses Oldtimers war fantastisch.
Das war das größte Modell des Treffens. Leider ist die Maschine wegen der ungünstigen Bedingungen nicht geflogen.
Der Erbauer und Pilot mit seiner ASW 15B
Hier beginnt die Siegerehrung. Pokale gibt es wirklich sehr viele (Für jede Klasse 3). Auch Graupner als Hauptsponsor zeigt sich großzügig. Die Preise werden unter allen Teilnehmern verlost. So nimmt einer einen Experience-Baukasten mit nach Hause, ein anderer eine Schirmmütze oder ein T-Shirt, der nächste bekommt ein Powerservo (so wie ich :-)
Im Vordergrund nochmal der Discus 2B von Graupner.
Das ist das Ergebnis meiner ersten Teilnahme am Euromeeting. Den kleinen Pokal darf ich behalten, der große ist ein Wanderpokal, den ich wieder zurückgeben muß. Damit steht also schon fest, das ich beim Euromeeting 2000 dabei sein werde. Links hinten Reinhard Hafele, der die Standardseglerklasse gewann.
Was hab ich mich gefreut über den ersten Platz in der Klasse Großsegler. Schumi bekommt auch keinen größeren Pokal.
zurück zu Aktivitäten
Bilder © Christian Schulze und Reinhard Hafele